Grundbotschaft und Wille des Bewohners
1. Grundbotschaft der Betreuung
- Freude an Unterhaltung, Natur und Poesie: Der Bewohner schätzt soziale Kontakte, Spaziergänge und literarische Angebote.
- Einstellung auf die letzte Lebensphase: Der Wille des Bewohners ist auf eine würdevolle Begleitung in der Endphase des Lebens ausgerichtet.
2. Wille des Bewohners in der letzten Lebensphase
- Akzeptanz und Vorbereitung auf das Lebensende sind vorhanden.
- Pflege und Betreuung orientieren sich an diesem Willen.
3. Wichtige Maßnahmen und Standards in der Betreuung
| Maßnahme | Durchführung | Standard / Besonderheiten |
|---|---|---|
| Medikamente vorbereiten | Pflegefachkraft (PFK) lt. AVO | Kontrolle und Vorbereitung nach ärztlicher Verordnung |
| Bewegungsprotokoll führen | Pflegekräfte (PKs) / PFK | Dokumentation der Bewegungen |
| Positionswechsel im Bett | PKs | Lagerung mit Lagerungskissen, Dokumentation |
| Mahlzeiten mundgerecht | Küche & PKs | Frühstück vorbereitet, Essenskarten wöchentlich evaluiert |
| Getränke bereitstellen | PKs | Auswahl aus Kaffee, Kakao, Tee, Saft/Wasser, Wasserflasche |
| Körperpflege im Bett | PKs | Vollständige Pflege, angenehme Wassertemperatur, Unterstützung bei Mobilität |
| Rasieren | PKs | Nassrasur nach Wunsch im Bett |
| Mund-/Zahnpflege | PKs | Zahnpflege mit handelsüblicher Zahnbürste und -creme, Bewohner spült selbstständig aus |
| Kleiden | PKs | Saubere, wettergerechte Kleidung, Vorbereitung am Vorabend |
| Nagelpflege | PKs oder bei Bedarf (b.B.) | Wöchentlich |
| Haarwäsche | PKs oder b.B. | Wöchentlich, handelsübliches Shampoo |
| Bett beziehen | PKs oder b.B. | Wöchentlich |
| Duschen | PKs oder b.B. | Wöchentlich und bei Bedarf, auf angenehme Wassertemperatur achten |
Grundsatz: Die Betreuung orientiert sich stets am individuellen Willen und den Bedürfnissen des Bewohners, besonders in der letzten Lebensphase.
Morgenpflege und Körperhygiene
1. Morgenpflege und Körperhygiene
a) Vorbereitung und Durchführung der Morgenpflege
- Raum- und Wassertemperatur müssen angenehm sein.
- Pflegekräfte (PK) legen alle benötigten Utensilien bereit.
- Bewohner (B) sitzt beim Duschen auf einem Duschstuhl.
- B kann den Oberkörper (OK) selbstständig waschen, Rücken und Unterkörper (UK) übernimmt die PK.
- Verwendung von handelsüblichem Duschgel und Shampoo.
b) Bett richten
- Wird durch die PK durchgeführt.
- Bettdecke wird zu einer Rolle gefaltet und an die Wand oder das hintere Bettgitter gelegt.
- Tagesdecke wird darüber gelegt.
c) Mahlzeiten bereitstellen
- Frühstück wird von der Küche vorbereitet.
- PK oder Betreuung stellen die Mahlzeiten in der Wohnbereichsküche bereit.
d) Inkontinenzmaterial (IKM)-Wechsel
- Erfolgt durch PK oder auf Wunsch von B.
- B benutzt Vorlagen, ist stuhlinkontinent.
- Urinieren erfolgt mit einer Urinflasche; B meldet den Wechselbedarf.
e) Dekubitusprophylaxe
- Locker sitzende Kleidung wird beachtet.
- Regelmäßiges Lagerungswechsel mit Dokumentation.
- Tägliche Hautkontrolle inklusive Fingertest.
- Beratung zu ausgewogener Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr (mind. 1500 ml/Tag).
- Förderung von Bewegung, auch Mikrobewegungen.
- Einsatz von Hilfsmitteln wie Weichlagerungsmatratze.
- Druckvermeidung/-verringerung besonders an gefährdeten Stellen (Gesäß im Sitzen und Liegen).
- Personelle Hilfestellung bei Positionswechseln mit Vermeidung von Reibungs- und Scherkräften.
f) Pneumonieprophylaxe
- Verbesserung der Lungenbelüftung durch Mobilisation, Atemübungen und Lagerungstechniken.
- Vermeidung von Aspiration durch Aufrichtung beim Essen und Trinken.
- Regelmäßige Bewegungsübungen zur Unterstützung der Lungenfunktion.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Befeuchtung der Schleimhäute.
- Regelmäßiges Lüften des Raumes.
g) Mahlzeiten mundgerecht zubereiten
- PK schneiden Speisen, z.B. Obst, je nach Angebot der Küche klein.
- Das zweite Frühstück wird morgens zusätzlich bereitgestellt.
Wichtig: Die tägliche Pflege und Hygiene sind essenziell für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner, insbesondere zur Vermeidung von Dekubitus und Pneumonie.
Tägliche Körperpflege und Hygiene
1. Tägliche Körperpflege und Hygiene im Seniorenzentrum
a) Mahlzeiten und Getränke
- Mahlzeiten bereitstellen: Das Frühstück und das 2. Frühstück werden morgens ausgeteilt. Das Mittagessen wird vom Küchenpersonal portioniert, die Pflegekräfte schneiden es bei Bedarf mundgerecht zu. Bewohner (B) wählen zwischen zwei Gerichten.
- Getränke bereitstellen: Pflegekräfte (PKs) kontrollieren regelmäßig, ob der Bewohner noch Getränke im Becher hat und füllen bei Bedarf nach. Mindestens eine volle Wasserflasche muss stets im Zimmer stehen. Bewohner können bereitgestellte Getränke selbstständig trinken.
b) Positionswechsel und Dekubitusprophylaxe
- Positionswechsel im Bett: Erfolgt durch PKs mit Unterstützung von Lagerungskissen, um Druckstellen zu vermeiden. Jeder Wechsel wird dokumentiert.
- Dekubitusprophylaxe:
- Locker sitzende Kleidung tragen.
- Regelmäßiges Umlagern mit Dokumentation.
- Tägliche Hautkontrolle, ggf. Fingertest zur Hautbeobachtung.
- Beratung zu ausgewogener Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1500 ml/Tag).
- Förderung von Bewegung, auch Mikrobewegungen.
- Einsatz von Hilfsmitteln wie Weichlagerungsmatratzen.
- Vermeidung von Druck, Reibung und Scherkräften, besonders an gefährdeten Stellen (Gesäß im Sitzen und Liegen).
- Personelle Hilfestellung bei Positionswechseln in sitzender und liegender Position.
c) Dokumentation und Kontrolle
- Bewegungsprotokoll: Wird von PKs oder Pflegefachkräften (PFK) geführt.
- Medikamentenmanagement: Vorbereitung und Kontrolle der Medikamente erfolgt durch PFK gemäß Anordnung (AVO).
Wichtig: Regelmäßige Hautkontrolle und Positionswechsel sind entscheidend zur Vermeidung von Dekubitus.
Mittagsversorgung und Prophylaxemaßnahmen
1. Mittagsversorgung
- Mahlzeiten mundgerecht zubereiten: PKs schneiden Speisen (z.B. Kuchen) klein und servieren sie im Zimmer, angepasst an das Küchenangebot.
- Mahlzeiten bereitstellen: Kaffeemahlzeiten werden durch PK im Zimmer bereitgestellt.
- Getränke bereitstellen: Nachmittags werden Kaffee, Saft und Wasser angeboten; stets steht eine Wasserflasche im Zimmer bereit.
2. Inkontinenzmaterial (IKM)-Wechsel
- Erfolgt durch PK oder auf Wunsch der Bewohnerin/des Bewohners (B).
- B verwendet Vorlagen, ist stuhlinkontinent und nutzt eine Urinflasche, die bei Bedarf gewechselt wird.
- B meldet sich selbstständig, wenn ein Wechsel nötig ist.
3. Dekubitusprophylaxe
| Maßnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Kleidung | Locker sitzende Kleidung wird getragen, um Druckstellen zu vermeiden. |
| Lagerung | Regelmäßige Positionswechsel im Sitzen und Liegen, dokumentiert von PKs. |
| Hautbeobachtung und -pflege | Tägliche Kontrolle der Haut, ggf. Fingertest zur Beurteilung der Hautbeschaffenheit. |
| IKM-Kontrolle | Überprüfung des korrekten Sitzes der Inkontinenzmaterialien. |
| Ernährung und Flüssigkeit | Beratung zu ausgewogener Ernährung und mindestens 1500 ml Flüssigkeitsaufnahme täglich. |
| Bewegung | Anregung zu Bewegung, auch Mikrobewegungen, zur Druckentlastung. |
| Hilfsmittel | Einsatz von Weichlagerungsmatratzen zur Druckvermeidung. |
| Druckvermeidung | Speziell auf Gesäß im Sitzen und Liegen achten, um Druckstellen zu vermeiden. |
| Personelle Hilfestellung | Unterstützung bei Positionswechseln mit Vermeidung von Reibungs- und Scherkräften. |
4. Schmerzmanagement
- Bei Schmerzen Ablenkung durch Fernsehen, Musik oder Gespräche.
- Anwendung von Kälte (entzündungshemmend, schmerzlindernd) und Wärme (durchblutungsfördernd, muskelentspannend).
- Beobachtung und Dokumentation von Schmerzzuständen.
5. Thromboseprophylaxe
| Maßnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Ernährung und Flüssigkeit | Beratung zu ausgewogener Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr. |
| Hautkontrolle | PK achtet auf Schwellungen, Rötungen und Überwärmung der Haut und leitet bei Bedarf Maßnahmen ein. |
| Bewegungsübungen | Passive Bewegungsübungen werden durch PK während der Pflege durchgeführt. |
Wichtig: Regelmäßige Positionswechsel und Hautkontrollen sind zentrale Maßnahmen zur Vermeidung von Dekubitus und Thrombosen.
Nachmittagsbetreuung und Sturzprävention
1. Nachmittagsbetreuung
Die Nachmittagsbetreuung umfasst verschiedene individuelle und gemeinschaftliche Angebote, die das Wohlbefinden der Bewohner fördern:
| Angebot | Beschreibung |
|---|---|
| Tierbegegnung | Bewohner können nach eigenem Empfinden Kontakt zu Tieren aufnehmen. |
| Gottesdienst | Monatliche Teilnahme am evangelischen Gottesdienst, Bewohner werden begleitet. |
| Angebot Abend | Individuelle Wohlfühl-, Gesprächs- und Biografieangebote nach Wunsch der Bewohner. |
| Frischluftaufenthalt | Aufenthalt im Außenbereich, z.B. Spaziergänge oder Verweilen im Innenhof mit Begleitung. |
| Bewohnerchor | Gemeinsames Singen von Volksliedern und jahreszeitlichen Liedern zur Förderung der Gemeinschaft. |
| Filmvorführung | Einladung zu Filmvorführungen zu verschiedenen Themen mit Begleitung. |
| Ausflug | Geplante Ausflüge zur Abwechslung und Förderung sozialer Kontakte. |
2. Sturzprävention
Die Sturzprävention ist ein zentraler Bestandteil der Pflege und umfasst folgende Maßnahmen:
| Maßnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Rollstuhlkontrolle | Pflegekräfte achten auf einen intakten Rollstuhl und eine korrekte Sitzposition des Bewohners. |
| Notrufklingel | Bereitstellung und Kontrolle der Funktionsfähigkeit der Notrufklingel. |
| Lagerung im Bett | Bewohner wird so gelagert, dass er nicht herausfallen kann; Bett wird auf angemessene Höhe eingestellt. |
| Beseitigung von Stolperfallen | Pflegekräfte entfernen Hindernisse, um Stürze zu vermeiden. |
3. Dekubitusprophylaxe
Zur Vermeidung von Druckgeschwüren werden folgende Standards eingehalten:
- Locker sitzende Kleidung zur Vermeidung von Druckstellen.
- Regelmäßige Lagerung des Bewohners mit Dokumentation.
- Hautbeobachtung und -pflege durch Pflegekräfte.
- Kontrolle des Inkontinenzmaterials (IKM) auf korrekten Sitz.
- Einsatz von Hilfsmitteln, z.B. Weichlagerungsmatratzen.
- Beratung der Bewohner zur Druckvermeidung, besonders an gefährdeten Stellen (Gesäß).
- Personelle Hilfestellung bei Positionswechseln mit Vermeidung von Reibungs- und Scherkräften.
4. Bewegungsprotokoll
- Wird von Pflegekräften geführt und dokumentiert, um die Mobilität und Lagerung der Bewohner zu überwachen.
5. Medikamentenbereitstellung
- Erfolgt durch Pflegefachkräfte oder gelernte Pflegehelfer.
Wichtig: Die Kombination aus individueller Betreuung, gezielter Sturzprävention und Dekubitusprophylaxe sichert die Lebensqualität und Gesundheit der Bewohner im Seniorenzentrum.
Freizeitaktivitäten und Soziale Angebote
1. Freizeitaktivitäten und Soziale Angebote im Seniorenzentrum
a) Grundprinzipien der Betreuung
- Freude an Unterhaltung und Natur: Bewohner schätzen soziale Kontakte, Spaziergänge und kulturelle Aktivitäten wie Poesie.
- Individuelle Lebensphase berücksichtigen: Betreuung orientiert sich am Willen und Zustand der Bewohner, insbesondere in der letzten Lebensphase.
b) Tagesstruktur und Maßnahmen
| Zeit | Leistung | Standard | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Morgens | Medikamente vorbereiten und kontrollieren | Durchführung durch Pflegefachkräfte (PFK) gemäß AVO | Sicherstellung der korrekten Einnahme |
| Ganztägig | Bewegungsprotokoll führen | Pflegekräfte dokumentieren | Unterstützung bei Mobilität und Bewegung |
| Regelmäßig | Positionswechsel im Bett | Lagerung mit Kissen durch Pflegekräfte | Vermeidung von Druckstellen |
| Mahlzeiten | Mundgerechte Zubereitung und Bereitstellung | Küche bereitet vor, Pflegekräfte servieren | Essenskarten wöchentlich evaluiert |
| Getränke | Auswahl und Bereitstellung | Kaffee, Kakao, Tee, Saft, Wasser | Bewohner kann selbstständig trinken |
| Körperpflege | Vollständige Pflege im Bett | Gesicht, Rasur, Zahnpflege, Intimbereich | Pflegekräfte bieten Unterstützung, Bewohner beteiligt sich je nach Fähigkeit |
c) Selbstständigkeit und Unterstützung
- Bewohner können teilweise selbstständig trinken und den Mund ausspülen.
- Körperpflege erfolgt mit Rücksicht auf individuelle Fähigkeiten und Wünsche.
- Rasur und Zahnpflege werden durch Pflegekräfte unterstützt, Bewohner nutzt handelsübliche Produkte.
Wichtig: Die Betreuung fördert die Selbstständigkeit der Bewohner, bietet aber bei Bedarf umfassende Unterstützung, um Lebensqualität und Würde zu erhalten.