Einleitung
- Bedeutung der Terminologie im Fachwissen
- Durch Spezialisierung wächst nicht nur das Fachwissen, sondern auch der Fachwortschatz (Terminologie).
- Terminologie ist entscheidend für eine eindeutige, widerspruchsfreie Kommunikation fachlicher Inhalte.
- Unternehmen entwickeln oft eine eigene firmenspezifische Terminologie als Teil der Corporate Language, die zur internen Kommunikation und zur Stärkung der Marktposition beiträgt.
3. Vorteile professionellen Terminologiemanagements
| Vorteil | Wirkung |
|---|---|
| Konsistenz und Verständlichkeit | Verbesserte Dokumentationsqualität in Ausgangs- und Zielsprachen |
| Stärkung der Corporate Identity | Einheitliche Unternehmenssprache erhöht Glaubwürdigkeit |
| Kosteneinsparungen bei Dokumentation | Weniger Rechercheaufwand, modulare Textzusammenstellung |
| Reduzierte Übersetzungskosten | Effizienter Einsatz von Translation-Memory-Systemen |
| Weniger Rückfragen und Missverständnisse | Klare Benennungen vermeiden Fehlbestellungen und Supportaufwand |
| Verbesserter Wissenstransfer | Systematische Terminologie unterstützt Schulungen und Einarbeitungen |
Wichtig: Terminologiearbeit sollte möglichst früh im Prozess beginnen, idealerweise bei der Entstehung von Wissen (z.B. Forschung, Entwicklung), nicht erst bei der Übersetzung.
4. Terminologiearbeit als Prozess
- Terminologiearbeit umfasst das Erarbeiten, Verwalten und Anwenden terminologischer Datenbestände.
- Datenbestände enthalten: Benennungen, bevorzugte Benennungen, verbotene Synonyme, Begriffsdefinitionen, Hinweise zur Zielgruppengerechtheit, firmenspezifische Besonderheiten.
- Bei mehrsprachiger Dokumentation sind mehrsprachige Datenbestände notwendig, um Konsistenz und Qualität zu gewährleisten.
- Kontrolle der Terminologie kann manuell (Leitfaden) oder maschinell erfolgen.
6. Entwicklung der Terminologiearbeit im Informationsprozess
| Phase | Beschreibung |
|---|---|
| Wissensentstehung | Neue Benennungen werden geschaffen (Forschung, Entwicklung) |
| Textproduktion | Konsistente Terminologie wird angewendet |
| Übersetzung | Terminologie wird genutzt und kontrolliert |
- Früher begann Terminologiearbeit meist erst in der Übersetzungsphase.
- Heute gilt: Je früher Terminologiearbeit beginnt, desto besser die Qualität und Effizienz.
7. Aufbau des Buches (Überblick)
| Kapitel | Inhalt |
|---|---|
| 2 | Grundbegriffe der Terminologiewissenschaft (Begriff, Benennung, Beziehungen) |
| 3 | Formen der Terminologiearbeit, Projektbeteiligte und Rollen |
| 4 | Praktische Terminologiearbeit: Gewinnung, Definition, Benennung, Bereinigung |
| 5 | IT-Lösungen zur Terminologieverwaltung: Planung, Datenkategorien, Systemauswahl |
| 6 | Nutzung von Terminologieverwaltungssystemen: Datenmanagement, Validierung, Bereitstellung |
| 7 | Terminologieverwendung in Texten: Erstellung, Kontrolle, Werkzeuge (z.B. Translation-Memory-Systeme) |
Kernbotschaft: Professionelles Terminologiemanagement ist ein zentraler Qualitätsfaktor für fachliche Kommunikation und Dokumentation, der Kosten senkt, die Verständlichkeit erhöht und die Unternehmenskommunikation stärkt. Es muss frühzeitig und systematisch in den Informationsprozess integriert werden.
Grundlagen der Terminologiewissenschaft
1. Mehrsprachige Terminologiearbeit und Äquivalenzproblematik
- Mehrsprachige Terminologiearbeit: Methodik der einsprachigen Terminologiearbeit wird auf mehrere Sprachen angewandt, Ergebnisse werden verglichen.
- 1:1-Übereinstimmung: Nur bei amtlich festgelegten oder international anerkannten Definitionen mit gleichen Merkmalen.
- Äquivalenzproblematik: Begriffe in verschiedenen Sprachen können unterschiedliche Konzepte repräsentieren, von exakten Äquivalenten bis zu Konzepten ohne direktes Äquivalent (ISO 5964).
- Terminologische Lücken:
- Benennungslücke: Begriff bekannt, aber noch nicht benannt; Lösung durch Bildung oder Übernahme von Benennungen.
- Begriffslücke: Begriff unbekannt und unbenannt; schwieriger zu füllen, erfordert Erklärung und Definition.
Wichtig: Terminologiearbeit sollte früh beginnen, idealerweise während der Produktentwicklung, um terminologischen Wildwuchs zu verhindern.
2. Rahmenbedingungen erfolgreicher Terminologieprojekte
- Terminologiearbeit beginnt oft spät, z.B. bei Dokumentationserstellung.
- Unterstützung im Unternehmen ist entscheidend, alle Beteiligten müssen überzeugt und geschult werden.
- Ziele, Arbeitsschritte, Aufwand und Budget müssen vor Projektstart klar definiert werden.
- Teilziele fördern Motivation und frühzeitige Fehlererkennung.
- Start mit begrenztem Produkt- und Sprachumfang empfohlen.
3. Argumente für Terminologiemanagement (Auszug)
| Zielgruppe | Argumente (Auswahl) |
|---|---|
| Geschäftsleitung/Management | Beschleunigt Übersetzungsprozess, Qualitätssicherung |
| Controller/Finanzverantwortliche | Kosteneinsparungen, Effizienzsteigerung |
| Marketing/Vertrieb | Einheitliche Kommunikation, Markenbildung |
| Sprachendienst/Redaktion | Einheitliche Terminologie, Fehlervermeidung |
| Entwickler/Konstrukteure | Klare Begriffsdefinitionen, Vermeidung von Missverständnissen |
4. Projektbeteiligte und Rollen
- Nutzer: Technische Redakteure, Übersetzer, Entwickler, Marketing, Kundendienst; alle sollten Terminologie verwenden.
- Erarbeiter: Kleine Gruppe mit klaren Verantwortlichkeiten, meist Terminologen, unterstützt durch Fachleute.
- Rollenmodell:
- Terminologienutzer: Leserechte, Vorschläge und Fehler melden.
- Terminologiebeauftragte/Manager: Projektleitung, fachliche und terminologische Kompetenz.
- Terminologen/Erfasser: Recherche, Erfassung, Validierung.
- Fachverantwortliche: Inhaltliche Prüfung und Freigabe.
- Administrator: Rechteverwaltung, Systempflege.
Hinweis: Einbindung vieler Experten erhöht Akzeptanz und Qualität, aber klare Entscheidungsbefugnisse sind notwendig.
5. Zentrale Prozessschritte im Terminologiemanagement
| Schritt Nr. | Prozessschritt | Inhalt/Aufgabe |
|---|---|---|
| 1 | Zielsetzung und Planung | Projektziele, Budget, Zeitplan, Themenabgrenzung |
| 2 | Gewinnung der Terminologie | Sammlung vorhandener Benennungen und Definitionen |
| 3 | Begriffliche Systematisierung | Definition der Begriffe, Erkennen von Beziehungen |
| 4 | Sprachliche Bewertung und Bereinigung | Festlegung von Vorzugsbenennungen, Synonymmanagement |
| 5 | Schaffung neuer Benennungen | Neue Begriffe benennen, Wortbildungsmuster beachten |
| 6 | Verwaltung der Terminologie | Einsatz von Terminologieverwaltungssystemen |
| 7 | Darstellung und Verbreitung | Bereitstellung in verschiedenen Medien und Formaten |
| 8 | Pflege der Terminologie | Aktualisierung, Validierung, Rückmeldungsmanagement |
| 9 | Kontrolle der Terminologieverwendung | Überwachung durch Lektorat oder maschinelle Prüfprogramme |
6. Terminologiegewinnung
- Ziel: Erfassung und Aufbereitung von Benennungen, Definitionen, Kontexten, ggf. multimedialen Materialien.
- Explizite Terminologie: Vorhandene Wortlisten, Glossare, Daten aus IT-Systemen (ERP, PLM, CAD).
- Implizite Terminologie: Fachbegriffe in Textdokumenten, die extrahiert werden müssen.
- Mischformen: Content-Management-Systeme, Translation-Memory-Systeme.
a) Verfahren der Terminologieextraktion
- Menschliche Termextraktion: Systematische Suche und Erfassung durch Terminologen, sehr zuverlässig, fördert Fachwissen.
- Maschinelle Termextraktion: Halbautomatische Verfahren, schneller aber weniger präzise, menschliche Validierung notwendig.
- Einfache Unterstützung: Textbearbeitung mit Stoppwortlisten, Konkordanzprogramme (z.B. WordSmith Tools).
b) Maschinelle Termextraktion: Typen
| Verfahren | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Statistisch | Häufigkeitsbasierte Erkennung von Termkandidaten | Sprachunabhängig, große Datenmengen | Fehleranfällig, erkennt oft keine Mehrwortbenennungen |
| Linguistisch | Analyse von Morphologie und Syntax | Präzise, erkennt Mehrwortbenennungen | Sprachabhängig, nicht für alle Sprachen verfügbar |
| Hybrid | Kombination statistischer und linguistischer Verfahren | Vorteile beider Methoden | Sprachabhängigkeit bleibt |
- Silence: Relevante Termini werden nicht erkannt.
- Noise: Falsche Termini werden vorgeschlagen.
7. Quellen für Terminologiegewinnung
- Qualitätsmerkmale: Zuverlässigkeit, Aktualität, Muttersprachenprinzip, Fachkompetenz des Verfassers.
- Interne Quellen: Firmendokumentation, mündliche Aussagen von Experten.
- Externe Quellen: Normen, Lehrbücher, Fachlexika, Fachzeitschriften, Hochschulschriften, Mitbewerberdokumentation.
8. Internet als Wissensquelle
- Suchmaschinen: Google dominiert, ermöglicht Suche nach Benennungen, Kontexten, Definitionen.
- Suchtechniken: Anführungszeichen für Mehrwortbenennungen, Ausschluss von Begriffen, Einschränkung auf Länder oder Dateitypen.
- Google-Apps: Books (Bücher), Blogger (Blogs), Übersetzer (automatische Übersetzung).
- Bildersuche: Hilft bei Veranschaulichung und Überprüfung von Begriffen.
- Terminologiedatenbanken im Netz:
- Wikipedia: Begriffsorientiert, gute Definitionen, aber Qualitätsprobleme.
- Wiktionary: Grammatik, Äquivalente, Fachwörter.
- IATE, EuroTermBank: EU-Terminologiedatenbanken.
- Universitätsdatenbanken (z.B. TH Köln WebTerm).
- Linguee: Parallele Texte mit Kontextbeispielen.
9. Umgang mit gefundenen Informationen
- Informationen sollten direkt in Terminologiedatenbanken übernommen werden.
- Quellenangabe mit URL und Zugriffsdatum ist Pflicht.
- Bei größeren Datenmengen ist auf Urheberrechte zu achten.
- Qualität der Informationen muss kritisch bewertet werden, insbesondere bei Internetquellen.
Kernregel: Nur geprüfte, zuverlässige und aktuelle Quellen verwenden, um Terminologiequalität sicherzustellen.
Grundlagen der Terminologiearbeit
1. Grundlagen der Terminologiearbeit
a) Begriff und Benennung
- Begriff: abstrakte Denk- und Wissenseinheit, existiert nur mental, schwer fassbar.
- Benennung: sprachliche Form, die in Kommunikation und Fachtexten verwendet wird.
- Begriffe werden durch Definitionen sprachlich beschrieben und erklärt.
b) Definitionen
- Definition = Begriffsbestimmung mit sprachlichen Mitteln (DIN 2342).
- Sie beschreibt das Wesentliche eines Begriffs, grenzt ihn von anderen ab und setzt ihn in Beziehung.
- Definitionen sind abhängig von Fachgebiet, Zielgruppe und Zweck, es gibt keine „eine perfekte Definition“.
- Definitionen bestehen aus:
- Definiendum: Begriff, der definiert wird.
- Definiens: sprachliche Beschreibung des Begriffs.
Wichtige Definitionsarten
| Typ | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Inhaltsdefinition | Merkmale, die den Begriff ausmachen, werden angegeben | Kraftfahrzeug = schienenungebundenes Landfahrzeug mit Motor |
| Umfangsdefinition | Aufzählung aller Unterbegriffe auf gleicher Abstraktionsebene | Kraftfahrzeug = Kraftrad, Kraftwagen |
| Bestandsdefinition | Nennung aller wesentlichen Teile eines Gegenstands | Kraftfahrzeug = Motor, Fahrwerk, Karosserie, Elektrik |
- Kontextdefinitionen und Nominaldefinitionen sind keine echten Definitionen und sollten vermieden werden.
c) Anforderungen an Definitionen
- Herkunft aus qualitativ hochwertigen Quellen (z.B. Normen), Quellenangabe ist wichtig.
- Orientierung an Fachgebiet, Zweck, Zielgruppe und Geltungsbereich.
- So kurz wie möglich, so lang wie nötig.
- Nicht zu eng oder zu weit gefasst.
- Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung.
- Keine Tautologien oder Zirkelschlüsse.
- Keine Definition durch Negation, außer wenn wesentlich.
- Vergleichbarkeit und Konsistenz zwischen Definitionen gewährleisten.
d) Bildung neuer Benennungen
Zusammensetzung (Komposition)
- Verbindung von zwei oder mehr Wörtern zu einem neuen Begriff.
- Komposita: Einwortbenennungen (z.B. Menüleiste, PowerPoint-Version).
- Mehrwortbenennungen: mehrere Wörter mit Leerzeichen (z.B. benutzerdefinierte Bildschirmpräsentation).
- Deutsche Komposita sind oft transparent, aber können Mehrdeutigkeiten aufweisen.
- Wichtig: Bindestriche zur Gliederung und bessere Lesbarkeit.
Derivation (Ableitung)
- Bildung neuer Benennungen durch Hinzufügen von Präfixen oder Suffixen (z.B. Einfügen, Sortierung).
- Verändert oft die Wortart.
- Kombination mit Komposition möglich (z.B. Foliensortierung).
Konversion
- Wechsel der Wortart ohne Affixe (z.B. Verb zu Substantiv: das Löschen).
Terminologisierung
- Übernahme eines Wortes aus der Gemeinsprache als Fachbegriff mit erweitertem Bedeutungsinhalt (z.B. Virus, Maus).
- Führt oft zu Polysemie (Mehrdeutigkeit), ist aber motivierend und verständlich.
- Metaphorische Benennungen fördern das Verständnis.
Übernahme aus Fremdsprachen
- Entlehnung: unveränderte oder angepasste Übernahme (z.B. Thermometer).
- Lehnübersetzung: wortwörtliche Übersetzung (z.B. maschinengestützte Übersetzung).
- Zielgruppe und Verständlichkeit müssen berücksichtigt werden.
- Scheinentlehnungen (z.B. „Handy“) können problematisch sein.
Kürzung
- Effiziente Verkürzung von Benennungen, z.B. Akronyme (NATO) oder Kurzworte (Bus).
- Vorteile: sprachliche Ökonomie; Nachteile: Verständnisprobleme, Mehrdeutigkeit.
- Klare Regeln für Bildung und Verwendung sind notwendig.
Urschöpfung
- Vollständige Neubildung ohne bekannte Verfahren, selten und meist bei Produktnamen.
e) Terminologiebereinigung
Anforderungen an Benennungen
- Genauigkeit und Eineindeutigkeit: Eine Benennung = ein Begriff, kein Synonym oder Mehrdeutigkeit.
- Motiviertheit (Transparenz): Merkmale des Begriffs sollten in der Benennung erkennbar sein.
- Morphologisch (z.B. Bildschirmpräsentation)
- Semantisch (metaphorisch, z.B. Virus)
- Phonetisch (selten, z.B. Klick)
- Normenkonformität: Benennungen sollten gesetzlichen und normativen Vorgaben entsprechen.
- Gebräuchlichkeit: Benennung sollte in der Zielgruppe etabliert sein.
- Angemessenheit: Keine negativen Konnotationen, politisch korrekt und diskriminierungsfrei.
- Ableitbarkeit: Benennungen sollen neue Ableitungen ermöglichen.
- Sprachliche Ökonomie: Benennungen sollen so kurz wie möglich sein.
- Sprachliche Korrektheit und Sprechbarkeit: Grammatikalisch korrekt und gut aussprechbar.
- Bevorzugung der Muttersprache: Verständlichkeit für Nutzer ohne Fremdsprachenkenntnisse.
- Internationalität: Bei Bedarf internationale Verständlichkeit durch griechisch-lateinische Elemente.
- Konsistenz und Einheitlichkeit: Einheitliche Benennungsmuster innerhalb eines Systems.
Entscheidung für Benennungsbildungsverfahren
- Einheitliche Festlegung von Einwort- oder Mehrwortbenennungen zur Vermeidung von Inkonsistenzen.
- Einwortbenennungen sind kompakt, aber manchmal schwer verständlich.
- Mehrwortbenennungen sind verständlicher, aber anfälliger für Variantenbildung.
f) Festlegung von Schreibweisen
Bindestriche
- Bindestriche strukturieren komplexe Komposita und erhöhen die Lesbarkeit.
- Alle Bestandteile eines Kompositums müssen durch Bindestriche verbunden sein (Durchkopplung).
- Bindestriche sollten ab 4 Wortbestandteilen eingesetzt werden.
- Sprachgrenzen (z.B. Anglizismen) werden durch Bindestriche markiert.
- Beispiele: Excel-Listen, Mozilla-Firefox-Anwender.
Fugenelemente
- Verbindungszeichen zwischen Kompositumsteilen, z.B. Fugen-s.
- Keine festen Regeln, oft regional unterschiedlich.
- Varianten mit und ohne Fugenzeichen sind möglich, müssen aber einheitlich festgelegt werden.
- Fugenzeichen können Bedeutungsunterschiede verursachen (z.B. Banksystem vs. Bankensystem).
Ziffer oder Zahlwort
- Zahlenwerte können als Ziffern (3-Phasen-Wechselspannung) oder Zahlwörter (Drei-Phasen-Wechselspannung) geschrieben werden.
- Ziffern sind schneller erkennbar und erleichtern das Lesen.
Sonderzeichen
- Sonderzeichen (/, +, &) können bei maschineller Verarbeitung Probleme verursachen und sollten möglichst vermieden werden.
Großbuchstaben
- Binnenmajuskel sind im Deutschen nicht zulässig (außer bei Eigennamen).
- Beispiele für falsche Schreibweisen: KostenSenkungsMaßnahme.
Buchstabenvarianten
- Varianten wie k/c oder f/ph sind zulässig, müssen aber einheitlich verwendet werden.
- Beispiel: Cadmium/Kadmium, Kartographie/Kartografie.
Eine präzise, motivierte und konsistente Terminologie mit klaren Definitionen und einheitlichen Benennungen ist essenziell für verständliche Fachkommunikation und effiziente Übersetzung.
Praktische Terminologiearbeit
1. Praktische Terminologiearbeit: Wesentliche Grundlagen
Terminologiearbeit richtet sich an technische Redaktion, Übersetzung, Lokalisierung und Unternehmenskommunikation. Sie ist für Industrieunternehmen, KMUs, Sprachdienstleister, Organisationen und Behörden nutzbar, berücksichtigt aber keine speziellen Anforderungen der Sprachplanung oder Fachwörterbuchproduktion.
2. Elektronische Werkzeuge in der Terminologiearbeit
- Terminologieextraktionstools: Automatisches oder halbautomatisches Extrahieren von Termini aus Texten.
- Terminologiekontrolltools: Überwachen die Verwendung festgelegter Termini.
- Terminologieprozesstools: Kontrollieren Arbeitsabläufe wie Prüfung, Validierung, Freigabe.
- Terminologieverwaltungssysteme (TVS): Datenbanken zur Verwaltung, Systematisierung, Speicherung und Suche von Terminologie.
Terminologiemanagement umfasst Planung, Sammlung, Systematisierung, Festlegung von Vorzugsbenennungen, Kontrolle der Verwendung und Bereitstellung der Terminologie. TVS übernehmen nur die Verwaltung, nicht die gesamte Prozesskette.
3. Terminologische Datenkategorien
a) Grundbegriffe
- Terminologisches Datenelement: Kleinste Informationseinheit mit eigenständiger Bedeutung (z.B. „Tintenstrahldrucker“, „sub“, „Schmitz 2016“).
- Terminologische Datenkategorie: Klasse von Datenelementen gleichen Typs (z.B. Benennung, Wortart, Quelle).
Datenkategorien entsprechen Datenbankfeldern, Datenelementen den Feldinhalten.
b) Formale Typen von Datenkategorien
| Typ | Beschreibung | Beispiele |
|---|---|---|
| Offene Datenkategorien | Frei bildbare Datenelemente, keine Begrenzung der Werte oder Länge | Benennung, Definition, Kontext |
| Geschlossene Datenkategorien | Feste Menge möglicher Werte, erleichtern Konsistenz und Fehlerfreiheit | Genus (m., f., n.) |
| Einfache Datenkategorien | Nur „JA/NEIN“ oder „WAHR/FALSCH“ | veraltet, geprüft |
| Kontrollierbare Form | Keine Aussage über Inhalt, aber über Form (z.B. Datum mit festem Format) | Datum |
4. Wichtige terminologische Datenkategorien (Auswahl)
| Datenkategorie | Funktion / Inhalt | Beispiele / Werte |
|---|---|---|
| Benennung | Sprachliche Bezeichnung eines Begriffs, auch Mehrwortbenennungen | „Tintenstrahldrucker“, „Mehr-Adress-Befehl“ |
| Benennungstyp | Kennzeichnung der Benennungsform (Vorzugsbenennung, Synonym, Kurzform, Schreibvariante) | Vollform, Kurzform, Abkürzung, Schreibvariante |
| Grammatische Angaben | Morphologische und syntaktische Eigenschaften (Wortart, Genus, Numerus) | sub (Substantiv), m. (Maskulinum), sg. (Singular) |
| Geografischer Gebrauch | Regionale Einschränkung der Benutzung | US, UK, DE, AT (ISO 3166-1 Codes) |
| Normativer Status | Zulässigkeit der Benennung (bevorzugt, abgelehnt) | bevorzugt, abgelehnt |
| Stilebene / Sprachregister | Sprachliche Ebene der Benennung (neutral, technisch, umgangssprachlich) | neutral, technisch, umgangssprachlich |
| Sprachlicher Gebrauch | Häufigkeit und Status der Benutzung (veraltet, genormt, Neologismus) | veraltet, genormt, Übersetzungsvorschlag |
| Projekt, Produkt, Abteilung, Firma/Kunde | Kennzeichnung der Verwendung innerhalb organisatorischer Einheiten | Marketing, Entwicklung, VW, BMW |
| Kontext | Textbeispiel, das die Benennung im Gebrauch zeigt, mit Quellenangabe | „Die ruckartigen Bewegungen entstehen, wenn...“ (Mueller 2005) |
| Definition | Begriffsbestimmung, meist mit Quelle | „Bauteil einer mechanischen Maus...“ |
| Begriffserklärung / Erläuterung | Ergänzende Beschreibung zum Begriff, ersetzt nicht die Definition | „Meist haben Mäuse zwei Abgreifzylinder...“ |
| Abbildung | Grafische Darstellung zur Begriffserklärung, mit Quelle | Fotos, Diagramme, Videos |
| Fachgebiet / Sachgebiet | Zuordnung des Begriffs zu einem Wissensbereich, wichtig zur Abgrenzung und Filterung | Informatik, Zoologie |
| Notation | Positionskennzeichnung im Begriffssystem (Ziffern, Symbole) | 1.2.3 für Tintenstrahldrucker |
| Verwandter Begriff / Begriffsbeziehung | Verweise auf Ober-, Unter- oder Nebengruppen, Antonyme | Oberbegriff: „elektrische Bauelemente“ |
| Datum | Erstellungs- und Änderungsdatum, ISO 8601 empfohlen | 2015-03-11 |
| Autor / Verantwortlicher | Person, die Information angelegt oder geändert hat | „Schmitz, P.“ |
| Quelle | Herkunft der Information, wichtig für Qualität und Nachvollziehbarkeit | „Mueller 2005, S. 1015“ |
| Anmerkung / Kommentar | Zusätzliche Informationen, oft unsystematisch, sollten sparsam genutzt werden | Hinweise zu Verwendungseinschränkungen |
| Bearbeitungsstatus / Qualitätsstatus | Status der Datenqualität und Bearbeitung (freigegeben, in Bearbeitung) | vorläufig, freigegeben, gesperrt |
| Siehe / Siehe auch | Verweise auf verwandte Einträge oder Begriffe | „Siehe auch: Laserdrucker“ |
| Teilbestand | Kennzeichnung von Datenbeständen für bestimmte Zwecke oder Kunden | Projektkürzel |
| Eintragstyp | Kennzeichnung verschiedener Eintragstypen (terminologisch, bibliografisch) | Terminologieeintrag, Literatur |
| Eintragsnummer / ID | Eindeutige Kennzeichnung eines Eintrags | Automatisch vergeben |
| Sprache | Kodierung der Sprache, z.B. ISO 639-1 oder ISO 639-2 | de (Deutsch), en (Englisch) |
5. Prinzipien zur Auswahl und Gestaltung von Datenkategorien
- Granularität: Datenkategorien sollen fein genug definiert sein, um klare Identifikation und effiziente Nutzung zu ermöglichen (z.B. getrennte Kategorien für Genus, Numerus, Wortart statt einer allgemeinen „Grammatik“).
- Elementarität: Jede Datenkategorie enthält nur ein Datenelement (z.B. keine Kombination von Kontext und Quelle in einem Feld).
- Dependenz: Abhängigkeiten zwischen Datenkategorien müssen beachtet werden (z.B. Definition und zugehörige Quelle müssen gemeinsam verwaltet werden).
6. Modellierung des terminologischen Eintrags
a) Grundprinzipien
- Begriffsorientierung: Ein Eintrag fasst alle Informationen zu einem Begriff zusammen, nicht zu einer Benennung. Synonyme werden im selben Eintrag verwaltet.
- Benennungsautonomie: Alle Benennungstypen (Vorzugsbenennung, Synonym, Variante, Kurzform) sind eigenständige Einheiten mit eigenen Datenkategorien (z.B. Grammatik, Kontext).
- Sprachebenenexplizierung: Datenkategorien, die sprach- oder kulturspezifisch sind (z.B. Definitionen, Abbildungen), werden sprachbezogen verwaltet.
b) Aufbau des Eintragsmodells
- Eintragsebene (Begriffsebene): Verwaltung sprachunabhängiger Daten (Fachgebiet, Notation, Eintragsnummer, Abbildungen).
- Sprachebene: Alle Benennungen und sprachspezifischen Informationen (Definition, Kontext, Quellen).
- Benennungsebene: Einzelne Benennungen mit zugehörigen Daten (Benennungstyp, Grammatik, Stilebene).
- Wortebene (optional): Komponenten von Benennungen (Morpheme, Einzelwörter) mit grammatischen Angaben.
c) Beispiel für Eintragsstruktur
| Ebene | Enthält |
|---|---|
| Eintrag | Begriffsinformationen, Fachgebiet, Notation, Eintragsnummer, Abbildungen |
| Sprache | Definitionen, Kontext, Quellen, sprachspezifische Anmerkungen |
| Benennung | Benennungstyp, grammatische Angaben, Stilebene, geografischer Gebrauch |
| Wort | Einzelwörter/Morpheme mit Genus, Numerus, Wortart (meist nicht implementiert) |
7. Wichtige Hinweise zur Praxis
- Definitionen sollten aus zuverlässigen Quellen übernommen und mit Quellenangabe dokumentiert werden.
- Synonyme, Varianten und Kurzformen werden in der Datenkategorie „Benennung“ verwaltet und durch „Benennungstyp“ unterschieden.
- Quellenangaben sind für jede Datenkategorie mit übernommenen Inhalten (Definition, Kontext, Abbildung) wichtig.
- Abgelehnte Benennungen müssen erfasst und markiert werden, um falsche Verwendung zu vermeiden.
- Geschlossene Datenkategorien mit Wertelisten (Picklisten) fördern Konsistenz und erleichtern die Dateneingabe.
- Mehrsprachigkeit erfordert die Verwaltung von Definitionen und Kontexten in jeder Sprache.
- Verweise (Siehe auch) helfen bei der Navigation zwischen verwandten Begriffen.
Kernregel: Ein terminologischer Eintrag ist begriffsorientiert, verwaltet alle Benennungen autonom und berücksichtigt sprachspezifische Informationen auf der Sprachebene, um eine konsistente, effiziente und mehrsprachige Terminologieverwaltung zu gewährleisten.
Konzeption und Einrichtung eines Terminologieverwaltungssystems
1. Konzeption und Einrichtung eines Terminologieverwaltungssystems
a) Datenkategorien und Ebenen
- Sprachebene: Verwaltung sprachbezogener Informationen wie Definitionen, Abbildungen, Quellen, Anmerkungen und Benennungen. Administrative Daten (z.B. Freigabestatus, Ersteller, Änderer) sind hier ebenfalls sinnvoll.
- Benennungsebene: Enthält grammatische Angaben, Kontexte und Quellen der Benennungen. Administrative Daten wie Qualitätsstatus, normativer Status, Benennungstyp, geografischer Gebrauch, Stilebene und Gebrauchstatus werden hier verwaltet.
- Wortebene: Verwaltung lexikalischer und grammatischer Angaben einzelner Wörter einer Benennung (z.B. Wortart, Genus, Numerus). In der Praxis oft nicht implementiert, stattdessen auf Benennungsebene erfasst.
| Ebene | Datenkategorien (Beispiele) |
|---|---|
| Sprachebene | Definition, Quelle, Abbildung, Anmerkung, Benennung(en) |
| Benennungsebene | Quelle der Benennung, Kontext, Qualitätsstatus, Gebrauch |
| Wortebene | Wortart, Genus, Numerus, Anmerkung |
b) Eigenschaften von Datenkategorien
- Geschlossene Datenkategorien: Feste Wertelisten (z.B. Genus, Status), bevorzugt für Konsistenz und Fehlervermeidung.
- Offene Datenkategorien: Freie Eingabe, mehr Flexibilität, aber geringere Konsistenz.
- Obligatorisch vs. fakultativ: Obligatorische Kategorien müssen ausgefüllt werden (z.B. Fachgebiet), um Datenqualität zu sichern.
- Wiederholbarkeit: Manche Kategorien (z.B. Fachgebiet, geografischer Gebrauch) können mehrfach vorkommen, andere (z.B. normativer Gebrauch) nur einmal.
Geschlossene und obligatorische Datenkategorien erhöhen die Datenqualität und erleichtern Auswertung und Konsistenzkontrolle.
c) Logische Struktur einer Terminologiedatenbank
- Terminologiedaten sind hierarchisch strukturiert: Eintragsebene → Sprachebene → Benennungsebene (inkl. Wortebene).
- Administrative Daten werden auf allen Ebenen erfasst (z.B. Erstellungsdatum, Bearbeiter).
- Bibliografische Daten können parallel verwaltet werden (Autor, Titel, Verlag etc.).
d) Technische Überlegungen
Softwaretechnische Ansätze
- Eigenentwicklungen: Maßgeschneiderte Lösungen, aber hoher Zeit- und Kostenaufwand.
- Standardprogramme (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation): Einfach, aber ungeeignet für professionelle Terminologieverwaltung wegen mangelnder Funktionalität und Performance.
- Universelle Datenbankprogramme: Flexibel und leistungsfähig, aber erfordern Konfiguration und Programmierung.
- Spezielle Terminologieverwaltungssysteme (TVS): Optimal für Terminologiemanagement, meist als Client-Server-Systeme mit Web-Client verfügbar.
Hardwaretechnische Aspekte
- Geringe Anforderungen an Arbeitsplatzrechner.
- Server sollten ausreichend Leistung und Speicher für große Datenbestände bieten.
- Web-Clients ermöglichen Zugriff von verschiedenen Geräten, auch mobil.
Benutzerschnittstelle
- Ergonomische Gestaltung nach DIN EN ISO 9241-110 wichtig (Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Steuerbarkeit, Fehlertoleranz etc.).
- Mehrsprachige Benutzeroberflächen und Hilfesysteme sind wünschenswert.
- Suchfunktionen sollten flexibel sein (Wildcards, Fuzzy-Suche, Filter).
- Integration mit anderen Anwendungen (CAT-Tools, Textverarbeitung) über Schnittstellen oder Plug-ins ist entscheidend.
Organisatorische Aspekte
- Kompatibilität mit vorhandener IT-Infrastruktur sicherstellen.
- Verwaltung mehrerer Datenbestände und Versionen möglich.
- Unterstützung aller benötigten Sprachen (Unicode, Sortierung, Schreibrichtung).
- Mehrbenutzerumgebungen mit differenzierten Zugriffsrechten (Lesen, Schreiben, Admin).
- Schnittstellen zu anderen Systemen (ERP, CMS, MT) und Nutzung von Austauschformaten wie TBX.
Kaufmännische Aspekte
- Prüfung von Hardware- und Softwareanforderungen vor Anschaffung.
- Berücksichtigung von Anschaffungs-, Schulungs-, Wartungs- und Lizenzkosten.
- Bewertung der Seriosität und Supportqualität des Anbieters.
- Klare und praktikable Vertragsbedingungen, auch für Datenschutz und Geheimhaltung.
e) Klassifikation von Terminologieverwaltungssystemen
| Kriterium | Typen / Merkmale |
|---|---|
| Komplexität | Einsprachig, zweisprachig (veraltet), mehrsprachig (Standard heute) |
| Eintragsstruktur | Vorgegeben, definierbar, hybrid (meist heute) |
| Eigenständigkeit | Eigenständige Programme, Komponenten in größeren Programmen, hybride Lösungen |
| Technologie | Stand-alone, Client-Server, browserbasiert |
| Geschäftsmodell | Eigenentwicklung, kommerzielle Software, Open Source (kaum verbreitet) |
- Mehrsprachige, begriffsorientierte Systeme mit flexibler Eintragsstruktur sind heute Standard.
- Hybride Systeme erlauben Anpassungen bei vorgegebener Struktur.
- Client-Server-Architektur mit Web-Zugang ist üblich.
f) Auswahlkriterien für Terminologieverwaltungssysteme
- Unterstützung aller notwendigen Datenkategorien und Prinzipien (Begriffsorientierung, Benennungsautonomie, Sprachebenenexplizierung).
- Unterstützung aller benötigten Sprachen (Zeichensatz, Sortierung).
- Verwaltung multimedialer Elemente (Abbildungen etc.).
- Differenzierte Nutzer- und Rechteverwaltung.
- Konsistenzsicherung (obligatorische und geschlossene Datenkategorien, Dublettenkontrolle).
- Leistungsfähige Filter- und Suchfunktionen.
- Verwaltung bibliografischer Quellen.
- Import- und Exportmöglichkeiten (inkl. TBX, CSV).
- Ausdruck- und Berichtsfunktionen.
- Passende organisatorische Einbindung (Mehrbenutzer, Webzugang).
- Schnittstellen zu anderen Anwendungen (CAT-Tools, CMS).
- Herstellerunterstützung (Beratung, Schulung, Support).
- Kosten und Lizenzmodelle (Concurrent-User, Named-User).
- Vertragliche Klarheit und Supportqualität.
Die Auswahl sollte unabhängig von vorhandenen Werkzeugen erfolgen, um spätere Einschränkungen zu vermeiden.
Diese Zusammenfassung bietet die wesentlichen Punkte zur Konzeption und Einrichtung eines Terminologieverwaltungssystems, die für die Planung, Auswahl und Implementierung eines solchen Systems entscheidend sind.
Nutzung eines Terminologieverwaltungssystems
1. Suche in Terminologieverwaltungssystemen (TVS)
- Zugang zu Einträgen erfolgt meist durch vollständige oder verkürzte Eingabe der Benennung in der Suchsprache.
- Bei mehreren Treffern zeigt das System eine Trefferliste (Hitliste) an, aus der der Nutzer auswählen kann.
- Fehlt ein Eintrag, wird der Nutzer informiert und ggf. der alphabetisch nächste Eintrag angezeigt.
a) Verkürzte und trunkierte Suche
- TVS erlauben verkürzte Eingaben und zeigen den ersten passenden Eintrag an.
- Wildcards (Jokerzeichen) ermöglichen gezielte Trunkierung, meist am Ende (Rechtstrunkierung).
- Suche kann auch auf einzelne Teile von Mehrwortbenennungen ausgeweitet werden.
b) Erweiterte Suchmöglichkeiten
- Sonderzeichen und diakritische Zeichen werden oft ignoriert, was die Suche erleichtert, aber ungenaue Ergebnisse liefern kann.
- Unscharfe Suche (Fuzzy-Suche) findet ähnliche Benennungen, wichtig bei Integration in CAT-Tools.
- Automatische Vorschläge während der Eingabe beschleunigen die Suche.
- Suche sollte alle Benennungsarten (Synonyme, Kurzformen, orthografische Varianten) berücksichtigen.
c) Suche nach anderen Inhalten
- Suche kann auch über Eintragsnummer, Notation, Klassifikationsnummer, Definitionen, Kontextbeispiele oder Quellen erfolgen.
- Volltextsuche ermöglicht Suche in beliebigen Datenkategorien, kann aber bei großen Datenbeständen langsamer sein.
d) Blättern und Filtern
- TVS ermöglichen sequentielles Blättern in alphabetischer Reihenfolge oder nach Eintragsnummern.
- Filter schränken Suchergebnisse auf Teilbestände ein (z. B. Fachgebiet, Sprache, Bearbeitungsstatus).
- Filter können harte (nur passende Einträge) oder weiche (optische Hervorhebung) Filter sein.
- Filterbedingungen können mit logischen Operatoren (AND, OR, NOT) kombiniert werden.
- Häufig genutzte Filter können gespeichert und wiederverwendet werden.
2. Anzeige und Ausgabe von Daten
- Anzeige umfasst terminologische Einträge, Bedienoberfläche, Systemparameter und Meldungen.
- Bei umfangreichen Einträgen wird oft nur gefüllte Datenkategorien angezeigt.
- Darstellung kann scroll- oder blätterbasiert sein, mit Hinweisen auf weitere Informationen.
- Nutzergruppen (Übersetzer, Terminologen, Technische Redakteure) haben unterschiedliche Informationsbedürfnisse.
- Anzeige- und Layoutkonfigurationen können an Nutzerrollen gekoppelt sein.
- Bildschirmplatz ist oft begrenzt, daher sollte die Darstellung flexibel anpassbar sein.
- Farb- und Schriftarten können zur Hervorhebung genutzt werden.
3. Validierung und Pflege von Daten
a) Validierungsprozess
- Terminologiedaten müssen kontinuierlich gepflegt, aktualisiert und ergänzt werden.
- Validierung überprüft Vollständigkeit, Korrektheit (inhaltlich, formal, technisch) und Aktualität.
- Dokumentation und Quellenangaben sind wichtig für Nachvollziehbarkeit.
- Nutzerfeedback sollte in den Validierungsprozess einfließen.
- Validierung kann auf einzelne Einträge oder den gesamten Bestand angewandt werden.
b) Inhaltliche Validierung
- Überprüfung von:
- Aufnahme neuer Benennungen
- Nutzen und Korrektheit der Angaben
- Zielgruppengerechtheit (fachliches Niveau)
- Synonym- und Äquivalenzbestätigung
- Dubletten (doppelte Benennungen)
- Terminologische Qualität von Definitionen und Kontexten
- Definitionen müssen fachlich korrekt und verständlich sein.
- Synonyme müssen denselben Begriff bezeichnen (Begriffsorientierung).
c) Formale Validierung
- Prüft Vollständigkeit, Einhaltung von Prozessen, Quellenangaben, Konsistenz, Rechtschreibung, Grammatik und Stil.
- Filter können zur systematischen Überprüfung genutzt werden.
- Orthografie- und Stilprüfung erfolgt meist extern (Lektorat, Textverarbeitung).
d) Technische Validierung
- Überprüfung von Benutzerrechten, Zeichencodierung, Datenbankfunktionalität (z. B. Verlinkungen).
- Sicherstellung korrekter Darstellung und Suche bei Sonderzeichen und nicht-lateinischen Alphabeten.
- Prüfung der Funktionalität von Verlinkungen und Internetquellen.
4. Bereitstellung und Nutzung der Daten
a) Bereitstellen terminologischer Daten
- Terminologie wird zentral gespeichert und kann elektronisch (Intra-/Internet) oder gedruckt bereitgestellt werden.
- Mehrere Nutzer und Teams können gleichzeitig auf Daten zugreifen (Client-Server, Web-Interface).
- Einheitliche Terminologie ist wichtig für alle Unternehmensbereiche und externe Partner.
- Genormte Austauschformate (z. B. TBX) erleichtern den verlustfreien Datenaustausch.
- Rechteverwaltung steuert Zugriffs- und Sichtbarkeitsbereiche.
b) Ausgabe terminologischer Daten
- Ausgabe erfolgt alphabetisch sortiert, oft mit Auswahl der anzuzeigenden Datenkategorien.
- Komplexe Einträge können in Teilmengen ausgegeben werden (z. B. nur Benennungen oder Definitionen).
- Ausgabeformate können fest vorgegeben oder vom Nutzer konfigurierbar sein.
- Fachspezifische Besonderheiten (z. B. phraseologische Einheiten, terminologische Lücken) müssen berücksichtigt werden.
c) Export terminologischer Daten
| Exporttyp | Beschreibung | Zweck |
|---|---|---|
| Strukturerhaltender Export | Daten werden im internen Format oder mit erhaltener logischer Struktur exportiert. | Backup, Datenübertragung zwischen gleichen Systemen, Versionswechsel |
| Strukturverändernder Export | Daten werden in standardisierte Formate (z. B. XML, TBX) konvertiert, um Austausch mit anderen Systemen zu ermöglichen. | Austausch zwischen verschiedenen Systemen, Integration in CMS, Übersetzungstools etc. |
- CSV/TSV sind einfache Formate, aber ohne semantische Struktur.
- XML-basierte Formate wie TBX bieten klare Struktur und semantische Auszeichnung.
- TBX ist ISO-normiert, aber flexibel und hat verschiedene Dialekte (z. B. TBX-Basic).
- Herausforderungen bei TBX: fehlende Standardisierung für manche Datenkategorien (z. B. Fachgebiet).
- Systeme mit frei modellierbaren Datenstrukturen benötigen Mapping-Tools für TBX-Export.
Wichtig: Ein gutes Terminologieverwaltungssystem unterstützt flexible Suche, differenzierte Anzeige, systematische Validierung und standardisierte Datenbereitstellung, um eine effiziente und konsistente Terminologiearbeit zu gewährleisten.
Terminologieverwendung in Texten
1. Terminologieverwendung in Texten
Die Terminologieverwendung in Texten ist entscheidend für die Qualität und Konsistenz fachlicher Kommunikation, insbesondere bei Übersetzungen. Sie umfasst die korrekte Auswahl, Verwendung und Kontrolle von Fachbegriffen im Text.
2. Terminologiearbeit im Übersetzungsprozess
- Fachlichkeit und Terminologie: Übersetzte Texte sind meist fachlich hoch spezialisiert und enthalten viele Fachbegriffe. Die Terminologie in der Zielsprache ist oft noch nicht etabliert, besonders bei innovativen Themen.
- Mehrpersonenprojekte: Bei größeren Übersetzungsprojekten mit mehreren Übersetzern ist die Klärung und Festlegung der Terminologie vor Beginn der Übersetzung notwendig, um Effizienz und Konsistenz zu gewährleisten.
- Vorgaben des Auftraggebers: Häufig schreibt der Auftraggeber die Verwendung firmenspezifischer oder produktspezifischer Terminologie vor, die von allen Beteiligten eingehalten werden muss.
Terminologiearbeit ist eine zentrale Voraussetzung für qualitativ hochwertige Übersetzungen und muss in alle Phasen des Übersetzungsprozesses integriert sein.
3. Phasen der Terminologiearbeit im Übersetzungsprozess
| Phase | Aufgabe |
|---|---|
| Vor dem Übersetzen | Analyse und Import vorhandener Terminologiebestände; Erarbeitung fehlender Terminologie; Festlegung von Zielsprachäquivalenten. |
| Während des Übersetzens | Nutzung von Terminologieverwaltungssystemen (TVS) und CAT-Tools; schnelle Recherche und ad-hoc-Klärung von Terminologieproblemen. |
| Nach dem Übersetzen | Terminologiekontrolle im Rahmen der Qualitätsprüfung; Korrektur und Aktualisierung der Terminologiedatenbank; ggf. Übergabe der Terminologie an den Auftraggeber. |
- Terminologieverwaltungssysteme (TVS) sind essenziell für die Bereitstellung und Nutzung der Terminologie während des gesamten Prozesses.
- Terminologieextraktion: Vor Beginn der Übersetzung werden potenzielle terminologische Problemfälle identifiziert, z.B. durch erfahrene Übersetzer oder Termextraktionsprogramme.
- Terminologiepflege: Ergebnisse der Terminologiearbeit werden im TVS dokumentiert und allen Beteiligten zugänglich gemacht.
4. Terminologiearbeit vor dem Übersetzungsprozess
- Organisatorische Spezifikationen: Klärung, ob und in welchem Format Terminologiebestände bereitgestellt oder erarbeitet werden.
- Inhaltliche Spezifikationen: Vorgabe der zu verwendenden Terminologie durch den Auftraggeber.
- Wichtigkeit der Terminologiearbeit: Ohne Terminologiearbeit und -verwaltung können keine hochwertigen Übersetzungen erstellt werden.
5. Terminologiearbeit während des Übersetzungsprozesses
- Integration in Übersetzungswerkzeuge: TVS kommunizieren mit CAT-Tools und Editoren, um den Zugriff auf Terminologie ohne Programmwechsel zu ermöglichen.
- Translation-Memory-Systeme (TMS): Ergänzen die Terminologiearbeit, indem sie bereits übersetzte Segmente wiederverwenden.
- Ad-hoc-Lösungen: Bei unerwarteten Terminologieproblemen muss der Übersetzer schnell recherchieren können (Internet, Glossare, Zusatzinformationen).
- Schnelleingabe: Neue oder korrigierte Terminologie wird unmittelbar ins TVS eingepflegt und allen zugänglich gemacht.
6. Terminologiekontrolle als letzter Schritt
- Qualitätskontrolle: Überprüfung der korrekten und konsistenten Verwendung der Terminologie im Zieltext.
- Automatisierte Verfahren: (Semi-)automatische Tools gleichen Textterminologie mit TVS-Daten ab und melden Fehler.
- Korrekturprogramme: Ersetzen falsche Benennungen automatisch durch korrekte, basierend auf Statusattributen wie „erlaubt“ oder „abgelehnt“.
7. Terminologiearbeit nach dem Übersetzungsprozess
- Übergabe der Terminologie: Je nach Auftragsspezifikation wird die erarbeitete Terminologie mitgeliefert (z.B. als Glossar oder Datenexport).
- Nachpflege: Rückmeldungen und Korrekturen des Auftraggebers werden in den Terminologiebestand eingepflegt, um langfristige Qualität sicherzustellen.
8. Translation-Memory-Systeme (TMS)
- Funktionsweise: Speichern übersetzte Segmente (Sätze) in Ausgangs- und Zielsprache. Bei Wiederholung oder Ähnlichkeit schlägt das TMS diese Segmente zur Wiederverwendung vor.
- Match-Typen:
- Exact-Matches (100%): Vollständige Übereinstimmung, meist unverändert übernehmbar.
- Fuzzy-Matches: Teilweise Übereinstimmung, Anpassung durch Übersetzer notwendig.
- Integration mit Terminologie: TMS zeigen gleichzeitig passende Terminologieeinträge an, um konsistente Benennungen zu gewährleisten.
- Begriffsorientierung: Terminologie im TMS sollte begriffsorientiert organisiert sein, um Synonyme und zulässige Benennungen sichtbar zu machen.
9. Terminologiekontrolle per TMS
- Vorteil: Wiederverwendung korrekter Segmente fördert einheitliche Terminologie im Zieltext.
- Problem: Veraltete oder inkonsistente Terminologie in gespeicherten Segmenten kann Fehler verursachen.
- Lösung: Aktive Terminologieerkennung im TMS zeigt erlaubte und verbotene Benennungen an.
- Kommunikation mit Auftraggeber: Übersetzer informieren über Fehler im Ausgangstext; Aktualisierung der Terminologie erfolgt in allen relevanten Systemen.
Eine professionelle Terminologiearbeit ist integraler Bestandteil des Übersetzungsprozesses und unverzichtbar für die Qualität und Konsistenz fachlicher Texte. Moderne Werkzeuge wie Terminologieverwaltungssysteme und Translation-Memory-Systeme unterstützen diese Arbeit effektiv.